Berliner Immobilienmarkt ist umsatzstärkster Markt in Deutschland. Anstieg bei Tourismus, Bevölkerung, Wohnraumnachfrage und Investmentimmobilien. Weiterhin hohe Nachfrage in allen Marktsegmenten signalisiert eine ungebrochen hohe Investitionslust. Wachstumsraten durch Wanderungsgewinne bei Bevölkerungsentwicklung, Studenten und Unternehmensansiedlungen verstärken Nachfrage nach Wohnraum und führen zu weiterhin großer Bautätigkeiten. Markt der Eigentumswohnungen erfährt dabei Nachfragen in allen Preisklassen. Unveränderte Entwicklung bei Mietpreisen von Wohnungen wegen Mangellage und geringer Wirkung der gesetzlichen Mietpreisbremse.

Stadt Berlin

Boomtown Berlin !!!

Berlin wird voller, schöner, vielfältiger, bunter und auf dem Weg zu einer Welt-Metropole. Ungebrochen zieht die Stadt Touristen aus aller Welt an, womit im Jahr 2015 wieder die Gäste- und Übernachtungsrekorde der letzten Jahre übertroffen wurden und sich auch für 2016 eine erneute Steigerung abzeichnet.

In der Folge der allgemeinen Berliner Entwicklung steigen die Fluggastzahlen weiter an, so dass die Fertigstellung eines neuen, größeren Hauptstadtflughafens immer wichtiger wird. Dessen Fertigstellungstermin ist aber nach wie vor unklar. Ob der neue Hauptstadtflughafen seine heute schon erkennbaren Anforderungen dann ebenfalls gerecht wird, muss angesichts des steigenden Fluggastaufkommens bezweifelt werden. Dazu kommen noch ungelöste zukünftige Aufgaben (wie Regierungs- und Bundeswehrflüge etc.) auf den neuen Flughafen hinzu, womit der alte Flughafen Berlin-Tegel ggf. in den Focus von anderen Flughafennutzungen rutschen könnte.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Daten per 31.12.2015

Die Stadt ist nicht nur bei Touristen gefragt, die einen wichtigen Wirtschaftsfaktor beflügeln. Auch die Universitäten und Hochschulen üben eine hohe Anziehungskraft aus und bevölkern damit eine Vielzahl von Studenten die Stadt zusätzlich, was im Innenstadtbereich zu einer zunehmenden Verjüngerung des Bevölkerungsbestandes führt.

Quelle:
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Daten per 31.12.2015

Zusätzlich siedeln sich mehr und mehr Unternehmen in der Stadt an, bringen oder schaffen Arbeitsplätze in einem urbanen, farbigen und lebendigem Umfeld, was nicht nur durch „Einheimische“ geprägt wird. Berlin als Hotspot für viele Arten der Community, die Hauptstadt der Clubs, Veganer und mehr. Für viele Menschen, egal ob deutscher oder ausländischer Herkunft, jung oder alt oder von unterschiedlicher religiöser Abstammung, ist Berlin eine magische Stadt. Die Menschen kommen hierher um zu leben, zu arbeiten oder zu studieren. Dazu kommt eine Vielzahl von Flüchtlingen, denen wir in Berlin Unterkunft gewähren und wofür Platz benötigt wird.

Quelle:
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Daten per 31.12.2015

Der seit 2010 ungebrochene Bevölkerungszuwachs von nahezu jährlich 40.000 bis 50.000 Menschen bringt damit nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich. Es gibt Gewinner und Verlierer dieser Entwicklung, aber auch Spannungen, die insbesondere in einigen Bezirken und im Wohnungsmarkt erkennbar sind. Die Stadt verändert ihr Gesicht, in fast allen Bezirken, sei es aufgrund von Modernisierung von alten Häusern oder durch neue, hochwertige Architektur. Gleichzeitig werden Lebensräume neu geschaffen, die Erholungsoasen für die Bewohner und auch Berliner sind. Doch es zeichnen sich auch Bereiche ab, wo Menschen in soziale Spannungen geraten oder soziale Spannungen künstlich erzeugt werden.

Der Wohnungsbau kommt mit den Berliner Entwicklungen jedoch nicht hinterher, was weniger an dem Willen, als vielmehr an den Baulandmöglichkeiten und weiteren Faktoren liegt. Bauland ist Mangelware und heiß begehrt, in der Folge sind innerhalb eines Jahres teils erhebliche Preisanstiege eingetreten und werden vor allem für innerstädtische Baugrundstücke Kaufpreise erheblich über Bodenrichtwerte gezahlt. Der wohnungspolitische und marktbedingte Druck führt seit 2010 zu einem Ankurbeln des Wohnungsbaues. Doch noch immer werden zu wenige Wohnungen fertiggestellt, was nicht nur an den Investoren oder Bauträgern liegt, als häufig am politischen Mut entsprechende Baulandflächen bereit zu stellen oder auszuweisen. Dazu kommen die verschärften gesetzlichen Bauvorschriften, die das Bauen verkomplizieren und verteuern. So müssen immer mehr Menschen auf weniger Wohnungen verteilt werden.

Quelle:
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Daten per 31.12.2015

Gleichwohl die Baugenehmigungen schrittweise ansteigen und auch mehr Wohnungen genehmigt wurden, fallen die tatsächlichen Fertigstellungen von Wohnungen erheblich hinter die Baugenehmigungszahlen zurück. Die tatsächlichen Fertigstellungen führen demnach zu keiner merklichen Entspannung im Wohnungsmarkt. Die Gründe hierfür sind vielfältiger Natur, können aber angesichts der stetigen Preissteigerungen auch einen spekulativen Charakter besitzen, was man auch auf zeitliche Verzögerungen in der Bauumsetzung, dem Ausstehen zusätzlicher Genehmigungen und auf die begrenzten Möglichkeiten der Bauwirtschaft zurück zu führen sein können.

Lag der Focus der Investoren im Wesentlichen bei Eigentumswohnungen, ist nun der Zuwachs an Mietwohnungen langsam erkennbar. Hauptakteure hierfür sind vor allem Genossenschaften und die mit politischen Aufgaben betrauten öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften, die für mehr Mietwohnungen sorgen und sorgen sollen. Dennoch schaffen auch diese nur wenige Mietwohnungen zu günstigen Mieten, da auch hier eine Wirtschaftlichkeit im Vordergrund der Handlung steht. Doch der Wohnungsmarkt steht weiterhin unter Druck, wobei dies vor allem die gefragten Lagen im Innenstadtbereich und deren Kieze betrifft.

Die Wohnungsmieten ziehen angesichts der großen Nachfrage weiter an, wobei dieses auch weiterhin eher als Nachholeffekt zu verstehen ist. Gerade in Bezug auf die anderen großen Städte in Deutschland hat Berlin noch die geringste Durchschnittsmiete. Gleichwohl der RDM die gesetzliche Mietpreisbremse zunächst abwartend betrachtete und daher die Mietpreisentwicklung in den zurückliegenden Berichtszeiträumen unangetastet beließ, so zeichnet sich doch eine weitere ungebremste Mietentwicklung ab. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden hat sich der RDM-Bewertungsausschuss darauf verständigt die Mietpreise der allgemeinen Verbraucherpreisentwicklung entsprechend leicht anzupassen, gleichwohl in vereinzelten Stadtteilen deutlichere Mietpreisanstiege zu verzeichnen sind. So ist die vom RDM-Bewertungsausschuss dargelegte Mietenentwicklung als ein Zeichen zu verstehen, dem wirklichen Markt zu folgen. Darüber hinaus wurden die Trendpfeile nahezu in allen Bezirken und bei nahezu allen Wohnwertkategorien auf steigend gesetzt, um der tatsächlichen Entwicklung zu entsprechen. Individuelle Mieten für bestimmte Wohnungen lassen sich hieraus nicht ableiten, dazu bedarf es einem kompetenten Mietsachverständigen.

Die Entwicklungen der gesamten, vom RDM-Bewertungsausschuss festgestellten Berliner Mietpreise in den Berichtszeiträumen stellen sich seit dem 01.07.2012 wie folgt dar:

Der Markt der Eigentumswohnungen zeigt ebenso eine weiterhin starke Nachfrage, die sich zwischenzeitlich auch wieder auf die oberen Preisklassen ausweitet. Ferner nehmen die Käufe von vermieteten Eigentumswohnungen zu, sei es Bestand oder beim Neubau. Diese Form der Kapitalanlage wird vermehrt als altersgerechten Vorsorge von Privatanlegern eingestuft oder es erfolgt der Ankauf von Wohnungspaketen durch Investmentgesellschaften, da das Angebot an Wohnhäusern als Renditeobjekte begrenzt ist.

Immer mehr koppeln sich die Preisentwicklungen bei den Eigentumswohnungen von denen der Mietwohnungen ab. Dies ist darauf zurück zu führen, dass der Kaufmarkt andere Langzeitperspektiven besitzt, als nur auf die Mietpreiseentwicklungen zu blicken. Grund hierfür dürften einerseits die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und andererseits auch eine Erwartungshaltung zu weiteren Kaufpreissteigerungen sein. Die Entwicklungen des Verbraucherpreisindex, der Wohnungsmieten und der Kaufpreise für Eigentumswohnungen stellen sich mit Basis 2012 (= 100,0 %) wie nachstehend dar:

Der Markt von Miet- bzw. Zinshäusern ist weiterhin stark umkämpft, so dass die vielen Investoren in dem nachgefragten Markt nur ungenügende, tatsächlich verfügbare Angebote vorfinden. Nach wie vor gilt Berlin als der interessante Immobilienmarkt, da er noch preisgünstiger einzustufen ist, als in den anderen großen deutschen Städten. Auch in Folge sehr großer Geldmengen und unattraktiver Sparzinsen versuchen Investoren ihren Anlagedruck durch Käufe in der Stadt zu decken, was bei gewissen Immobilienarten bereits zu Bieterverfahren, selbst bei privaten Verkäufern oder zu kuriosen Kaufvertragsverhandlungen wie z. B. Nachverhandlungen während der notariellen Kaufbeurkundung etc., führt.

Insgesamt sind gegenwärtig mehr Umwandler als Bestandshalter auf der Käuferseite zu finden, die ihre Ankaufspreise mehr nach den zukünftigen Abverkaufspreisen der umgewandelten Einheiten richten. Wie sich hier die Preise weiter entwickeln ist sicherlich auch von den politischen Entscheidungen in der Stadt abhängig. Dieses betrifft insbesondere die Ausweitung von Milieu-Schutz-Gebieten, Umwandlungsverbot, etc. Durch diese sehr unterschiedlichen Akteure kommt es jedoch zu einer deutlichen Anhebung der Kaufpreise und Verzerrungen in dem betreffenden Immobilienmarkt.

Eine Vielzahl von Investoren verändern daher ihre Anlagestrategien und verlagern die Suche von Investments wieder in den gewerblichen Immobilienbereich. Doch auch dort sind die Angebote einem hohen Nachfragedruck ausge-setzt, sind im Investmentmarkt immer mehr Immobilienfonds, Pensionskassen, Versicherungs-gesellschaft und ähnliche Gesellschaften anzutreffen, die Gelder anlegen müssen. Oder es werden Projektentwicklungen gesucht, die zwischenzeitlich auch nicht mehr vor alten Gewerbeobjekten halt machen, die sich für eine Umwidmung eignen könnten.

Die vorstehenden Grafiken geben nur das normale Preisgefüge in der Stadt Berlin wieder. Insbesondere bei sehr gefragten Lagen, Kiezen und im Innenstadtbereich kommt es im Markt der Mietwohnungen, der Eigentumswohnungen sowie der Miethäusern / Zinshäusern zu deutlich höheren Preisen, resultiert dies aus dem weiterhin mangelhaften Angebot und dem verschärften Kampf um Immobilien. Angebot und Nachfrage gehen stark auseinander, die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot und so kommt es vielfach vor allem in den Top-Lagen zu wesentlich höheren, teils nicht nachvollziehbaren Kaufpreisen. Auch im Markt der neuen Eigentumswohnungen, also dem Neubau, werden wesentlich höhere Kaufpreise gezahlt, da es sich um sog. Erstverkäufe handelt und dieser Markt anderen Bedingungen unterliegt. Zu beobachten ist, dass bei einigen Projekten während der Vertriebsphase die Verkaufspreise leicht angehoben werden, da sich durch die hohe projektorientierte Nachfrage andere Verkaufspreise durchsetzten lassen. Insgesamt kann der Marktbericht nur den Zweitmarkt, also die Weiterverkäufe abbilden.

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Stadt Potsdam

Potsdam ist nach Aussagen von Herrn Günter Fischer, Geschäftsführer der Fischer Immobilien GmbH Potsdam Lizenzpartner von Engel & Völkers, ein Hotspot.

Das Angebot an Grundstücken und Einfamilienhäusern in Potsdam ist sehr überschaubar und die Nachfrage ungebrochen hoch.

Folglich haben sich die Preise auch entsprechend entwickelt. In einzelnen Segmenten sind Preissteigerungen von bis zu 20% p.a. zu verzeichnen. Das Transaktionsvolumen ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen.

Eigentumswohnungen sind sehr nachgefragt, insbesondere wenn Ausstattung und Lage stimmen.

Durch die Fertigstellung mehrerer Neubauprojekte hat sich der Druck auf den Mietwohnungsmarkt etwas ent-spannt, dennoch werden weitere Neubauten benötigt, um den Neupotsdamern ein Zuhause in der Stadt bieten zu können und die Mietpreise zu stabilisieren.

Im Bereich der Anlageimmobilien steht in Potsdam das klassische Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage im Fo-kus. Zunehmend weckt Potsdam aber auch bei größeren Investoren Interesse, die nach Anlageimmobilien in der Stadt suchen. Im Bereich der Büro- und Ladenflächenvermietung kann die steigende Nachfrage noch mit attraktiven Flächen gedeckt werden.

Über die Teilmärkte betrachtet ergeben sich folgende zeitliche Preisveränderungen seit dem Stichtag 01.07.2014:

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Berliner Speckgürtel

Im Sog der Berliner Entwicklung wenden sich Mittelschicht und Besserverdiener auch weiterhin dem Berliner Speckgürtel zu, was mit zunehmendem Bevölkerungswachstum auch zu einer Zunahme der Kaufkraft im Berliner Speckgürtel führt.

Hoch im Kurs der Interessen stehen dabei Baugrundstücke für Eigenheime und Eigenheime im Bestand. Hierbei vor allem gefragt sind Lagen, die über gute infrastrukturelle Merkmale und Versorgungen sowie gute Verkehrsanbindungen insbesondere nach Berlin verfügen. Viele Berliner und Zugezogene sehen im Berliner Speckgürtel eine Alternative zu den Stadtrandlagen Berlins, da sie dort häufig ihre Nachfrage nicht decken können. Trotz der im Umland weiter ansteigenden Preise besteht eine positive Nachfrageentwicklung in den Berliner Umlandgemeinden nahe der Berliner Stadtgrenzen, da die Preise dort immer noch geringer sind als in benachbarten Berliner Randlagen selbst.

Der eingesetzten Nachfrage im Berliner Speckgürtel stehen gerade in den guten Lagen ausreichende Angebote kaum zur Verfügung, so dass bei Baugrundstücken und Einfamilienhäusern eine weitere Preissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum feststellbar ist.

Über die Teilmärkte betrachtet ergeben sich folgende zeitliche Preisveränderungen seit dem Stichtag 01.07.2014:

Insgesamt betrachtet sind weiterhin teils größere Preissteigerungen im Berliner Speckgürtel erkennbar, was auch dort aus einem eher unzureichendem Angebot bei größerer Nachfrage resultiert. Es bestehen dabei jedoch erhebliche regionale Unterschiede, die auf sehr unterschiedliche Käufergruppen und unterschiedliche Suchoptionen in den Himmelsrichtungen schließen lassen.

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Zusammenfassung

Wie zuvor sind die positiven Entwicklungen beim Tourismus, der Bevölkerung und der Wirtschaft für den Großraum Berlin und Potsdam sowie dem zugehörigen Berliner Speckgürtel als Auslöser dafür zu sehen, dass eine Vielzahl von Immobilien verschiedenster Art nachgefragt sind. Die Nachfrage trifft dabei häufig auf ein qualitativ viel zu geringes Angebot, was in nahezu allen Immobilienklassen zu weiter steigenden Preisen geführt hat.

Das weiterhin sehr günstige Finanzierungsumfeld führt gerade im Markt des individuellen Wohnungsbaus zu unverminderter Nachfrage nach geeigneten Baugrundstücken sowie Bestandsimmobilien zur Eigennutzung, wobei auch zugezogene und finanziell gut gestellte Bevölkerungsgruppen die starke Nachfrage begründen. Insbesondere Bevölkerungsgruppen aus den Regionen, wo sie traditionell oft ein Eigenheim schon besaßen, fragen auch in der neuen Heimat entsprechende Immobilien nach. Das Eigenheim als Alternative zu einer Miet- oder Eigentumswohnung, egal ob freistehendes Einfamilienhaus oder Reihenhaus, gewinnt aber auch in unteren Bevölkerungsschichten mehr und mehr an Bedeutung. Grund hierfür ist der Anstieg des Erschwinglichkeitsindexes für solche Immobilien, da sich die Menschen durch die niedrigen Finanzierungszinsen eher das Eigenheim leisten können. Hierdurch kommt es gerade im Berliner Speckgürtel und dessen Lagen mit guter Infrastruktur zu Preisanstiegen, aber auch zu einer Erhöhung der Kaufkraft, was auf den vermehrten Zuzug von Besserverdienern schließen lässt.

Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen erfahren einen großen Zulauf, wovon gerade die Innenstadtbereiche von Berlin oder die hervorragenden Lagen in Potsdam zu wenig zu bieten haben. Dabei nachgefragt sind nicht nur Wohnungen zur Eigennutzung, sondern mittlerweile auch vermietete Eigentumswohnungen als Kapitalanlage und teils Rentenvorsorge. Insbesondere die begehrten und hoch nachgefragten Wohnlagen im Innenstadtbereich oder Top-Lagen, egal ob in Berlin oder Potsdam, besitzen eine starke Nachfrage und das zu geringe Angebot lässt die Preise schrittweise ansteigen. Aber auch Alternativen in verkehrstechnisch gut angebundenen Umlandgemeinden werden gesucht, wobei dort wegen der eher klassischen Ausprägungen durch Einfamilienhausgrundstücke ein ebenso mangelhaftes Angebot besteht.

Zunehmend strömen aber auch Studenten nach Berlin und Potsdam. Positiver Nebeneffekt dabei ist eine Verjüngerung der Städte. Gleichwohl lösen auch diese Gruppen eine starke Nachfrage nach geeignetem Wohnraum aus, sei es für Wohngemeinschaften oder in Studentenwohnheimen. Auch hier sind Projektentwickler bemüht entsprechende Objekte zu erstellen, um die Nachfragen zu bedienen. Doch der Kampf um geeignete Bauflächen ist hoch, insbesondere in Berlin. Alternativen sind dabei gefragt und seien es leerstehende ehemalige öffentliche Gebäude oder auch Gewerbegrundstücke zur Umwandlung.

Gerade Berlin lässt im Wohnungsmarkt erkennen, dass sich die Hauptnachfrage auf den Innenstadtbereich bezieht. Durch das dort fehlende Angebot weiten sich die Suchen potentieller Interessenten in die benachbarten Bezirke und deren Ortsteile immer weiter aus. Dabei finden immer mehr Bezirke und Ortsteile Anklang, die früher weniger nachgefragt waren.

Trotz der positiven Zunahme an Baugenehmigungen werden noch immer zu wenige Wohnungen fertiggestellt, der Unterschied zwischen den Baugenehmigungen und den Fertigstellungen wird immer größer. Es entsteht also dauerhaft eine Kluft und erfährt der Wohnungsmarkt keine wahre Entlastung, wenn nicht schneller gehandelt wird.

Für die älteren Mieterschaften werden nicht genügend Alternativen geschaffen, damit sie durch Umzug ihre übergroßen Wohnungen zugunsten für Familien bereitstellen können. Die Älteren finden keine preiswerten und altersgerechten Alternativen, erst recht nicht in ihrem angestammten Kiez. Auch verstärkt sich die Zunahme von Single-Haushalten, so dass immer mehr Wohnraum genötigt wird, der tatsächlich nicht geschaffen wird. Damit kommt es durchaus zu einer Verdrängung alt eingesessener Bewohner, was aber mehr auf die Mietenentwicklung zurück zuführen ist, der sich wachsende Städte mit Nachfragedruck nicht entziehen können. Dies ist nicht immer als sog. Gentrifizierung zu klassifizieren, als vielmehr Ausdruck einer verfehlten Wohnungspolitik der letzte Jahrzehnte insbesondere bei den früherem sozialen Wohnungsbau, der aufgrund Entfalls der öffentlichen Förderung für bestimmte Bevölkerungsgruppen unerschwinglich wurde.

Der Wohnungsmarkt ist angespannt und doch finden die Menschen Wohnraum, gleichwohl der Bestand hart umkämpft ist und auch Neubau nicht für wirkliche Entlastungen im Mietwohnungsmarkt sorgt. Zusätzlich bedarf es preiswerter Unterkünfte und Wohnungen für Geringverdiener und zukünftig auch für Flüchtlinge, soll eine erfolgreiche Integration dieser Menschen erreicht werden. Darüber hinaus fordert auch das anwachsende Heer von Studenten entsprechende Unterkünfte, so dass günstige Bestandswohnungen für Wohngemeinschaften und zusätzlich Studentenwohnungen durch diese Personengruppen hoch im Kurs stehen.

Die weiterhin sehr günstigen Finanzierungsbedingungen mit den historisch niedrigen Zinsen werden auch weiterhin nicht zu einer Entspannung in den Immobilienmärkten beitragen. Da sich für Geldanleger zu wenige alternative Anlagen bieten, ziehen sich diese auf den sicher geglaubten Immobilienmarkt zurück. Wie lange diese Entwicklung anhält, hängt von einer Vielzahl von Faktoren in der europäischen Union und der Weltwirtschaft ab. Zumindest werden Immobilien als bessere und sichere Anlage gesehen, wobei auch hier keine Garantie für dauerhaft ansteigenden Preise besteht. Sicher ist aber, Menschen benötigen Wohnraum und erst recht in einer Stadt mit Bevölkerungsanstieg, in der immer weniger Wohnungen auf mehr Menschen verteilt werden müssen. Der Wettbewerb um Wohnraum wird damit anhaltend hoch bleiben.

Mit steigender Anzahl an Menschen in der Stadt, mit Zustrom von Unternehmen und steigender Erwerbspersonenzahl wird nicht nur Wohnraum nachgefragt sein, sondern entstehen auch höhere Nachfragen nach Büro- und sonstigen Gewerbeflächen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in der Stadt Berlin ein Büroflächenleerstand von unter 5,0 % besteht, der nach Wissenschaftsanalysen als struktureller Engpass umschrieben wird. Damit macht es zukünftig ebenso erforderlich neue Büro- und Gewerbestandorte bzw. -flächen neu zu erschließen und zu entwickeln, die letztlich mit dem Wohnungsbau um geeignete Baulandflächen konkurrieren. Eine Erschließung neuer, bisher ggf. nicht angetasteter Stadtflächen und eine Ausweiterung der Stadt in Richtung Berliner Umland kann demnach eine Möglichkeit sein.

Die Mietpreisbremse als stattlicher Eingriff in die freie Wohnungswirtschaft ist eher als zahnloser Tiger zu bezeichnen, denn er hilft nicht wirklich den Bedürftigen oder Kleinverdienern bei der Suche einer Wohnung. Vermieter suchen sich solvente Mieter, nicht Wackelkandidaten als geeignete Mieter aus, was der sinnvollen wirtschaftlichen Handlungsweise entspricht. Dazu führen auch die mannigfaltigen Diskussionen über den Berliner Mietspiegel zu Unsicherheiten, gilt er unter vielen Experten wissenschaftlich nicht als fundiert. Damit wird eine dringende Handlungsoffensive die Erstellung eines marktgerechten Mietspiegels sein, der nicht nur politischer Spielball ist, sondern den Menschen wirklich helfen kann und die unterschiedlichen Stadtlagen besser widerspiegelt.

Der Markt der Miethäuser / Zinshäuser ist angesichts der großen Differenzen zwischen sehr hoher Nachfrage und zu geringem qualitativ verfügbaren Angebot erheblich angespannt. Neben großen Gesellschaften und Versicherer etc. mit Anlagedruck strömen immer mehr Umwandler in den Markt, was die Preise weiter anheizt und auch hier zu politischen Einmischen führt. Durch das Ausweiten immer mehrerer Erhaltungs-, Milieuschutz- oder Sanierungsgebieten erlangen gerade die Gebiete eine Begehrtheit, in denen Einschränkungen für Investoren nicht bestehen. Damit wird die bisher verzeichnete Preisspirale in Bezirken und Stadtlagen verlagert, die bisher nicht allzu stark von Preisentwicklungen betroffen waren. Auch dies führt zu weiteren Spannungen.

Die seit 2010 anhaltenden Entwicklungen der Stadt Berlin können damit als Herausforderung für die Politik, den Immobilienmarkt und zusätzlich die Berliner Flughäfen gesehen werden. Der Stadt Potsdam und dem Berliner Umland werden damit zukünftig Aufgaben zukommen entsprechenden Wohn- und Arbeitsraum für die wachsende Region mit zu schaffen.

Robert Vorreiter
Vorsitzender des Bewertungsausschusses

Michael Hesse
stellv. Vorsitzender des Bewertungsausschusses

Die detaillierte Daten- und Markt-Analyse mit grafischen Darstellungen, aufgeteilt nach Stadt Berlin und dessen einzelnen Verwaltungsbezirken, Stadt Potsdam und den Berliner Speckgürtel sowie einer Zusammenfassung zur Aussicht können Sie als PDF–Download nachstehend herunterladen:

Detaillierte Immobiliendaten- und Markt-Analyse
mit grafischen Darstellungen

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